Müll-Haus wurde endlich aufgeräumt
Freitag, den 21. August 2009 um 09:10 Uhr
Das vermüllte Haus in der Friedensstraße, einer der größten Schandflecke Hagens, wurde aufgeräumt. Und soll nun versteigert werden.Altenhagen.Das Müll-Haus in der Friedensstraße 118 - es ist aufgeräumt. Die Stadt hat Druck gemacht, und siehe da: Die Abfallberge sind verschwunden, das noch nutzbare Baumaterial wurde ordentlich aufgestapelt, die alte Dachdeckerei, in der es nach Lösungsmitteln und Verwesendem riecht, ist verriegelt. Nur die alten Einkaufswagen stehen immer noch herrenlos im Durchgang zum Hof herum.
Zudem hat das Amtsgericht den Hagener Rechtsanwalt Jens Plümpe von seinen Aufgaben als Zwangsverwalter entbunden. Dies geschah auf Antrag der BAG Bankaktiengesellschaft in Hamm, die wiederum Gläubiger des Hausbesitzers, des Dachdeckermeisters Klaus Nolte, ist. „Kein Kommentar", hieß es dazu seitens der Bank. Wie unsere Zeitung erfuhr, ist dem Kreditinstitut jedoch die Unterhaltung des Gebäudes schlicht zu teuer geworden. Nun soll das 1905 erbaute Haus versteigert werden. Zwei Versteigerungstermine mussten bereits ergebnislos abgebrochen werden, weil niemand die kaum sanierungsfähige Immobilie erwerben wollte. Mittlerweile ist nur noch eine der sieben Wohnungen im Haus belegt, und auch die letzte Mieterin hat angekündigt, im September auszuziehen. Das dürfte die Chance einer Versteigerung erhöhen. „Ein Termin wird in Kürze anberaumt", kündigte Justizsprecher Till Deipenwisch an. Zwangsverwalter Plümpe stand der Verwahrlosung von Haus und Hof nach eigenen Angaben ohnmächtig gegenüber. Die Immobilie habe sich bereits bei seiner Übernahme im März 2005 in einem desolaten Zustand befunden: „Ich habe mich bemüht, dort für Ordnung zu sorgen." Noch im September 2008 habe er 7,5 Tonnen Müll entsorgen lassen, so Plümpe. Doch weil das Tor der Hofeinfahrt nicht verschlossen werden darf (Mieter benachbarter Häuser haben ein Wegerecht), wurden Durchgang und Innenhof bald wieder als illegale Müllkippe missbraucht. Plümpe, der froh ist, mit der Verwaltung des Gebäudes nichts mehr zu tun zu haben: „Gegen Vandalismus und Dummheit kann sich niemand schützen."
Quelle: Westfalenpost Hagen, 19.08.2009, Hubertus Heuel






